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Rund ums Auto

Deutschland ist weltweit als Autoland bekannt. Es hat das drittlängste Autobahnnetz der Welt (knapp 13.000 Kilometer). Es gilt das Rechtsfahrgebot. Auf ihren Internetseiten bieten diverse Automobilclubs viele nützliche Informationen zum Thema Verkehr und Vorschriften in Deutschland.

Pflichten

Mitführpflichten

In Deutschland hat ein Pkw stets Folgendes mitzuführen: ein Warndreieck, eine Warnweste und einen Verbandskasten. Fahrzeuge über 3,5t benötigen zudem eine gelb blinkende Warnleuchte.

Außerdem müssen die folgenden Dokumente stets im Original mitgeführt werden: Personalausweis, Führerschein und Fahrzeugpapiere.

Führerschein

Ob bzw. wie Ihr Führerschein in Deutschland gültig ist, hängt von Ihrem Herkunftsland ab:

  • Für Bürger der EU, Liechtenstein, Norwegen und Island gilt: Einfach einsteigen und losfahren! Denn: Ihr Führerschein gilt in Deutschland in dem gleichen Umfang wie in Ihrem Heimatland.
  • Bürger aus einem anderen Land können ab dem Tag der Anmeldung in Deutschland sechs Monate lang mit ihrem Führerschein in Deutschland fahren. Nach diesen sechs Monaten benötigen Sie einen deutschen Führerschein. Ob dafür eine erneute Führerscheinprüfung in Deutschland abgelegt werden muss, hängt von dem Erwerbsland des Führerscheins ab.

Lichtpflicht

  • In Deutschland gilt die Lichtpflicht auch tagsüber für Motorräder und Mopeds.
  • Für alle anderen Kraftfahrzeuge wird empfohlen, das Licht am Tag einzuschalten. 

Winterreifenpflicht

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Das heißt, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen Winter- bzw. Ganzjahresreifen vorgeschrieben sind. Empfohlen wird deren Nutzung in der Zeit von Oktober bis Ostern. Hier finden Sie weitere nützliche Informationen zum Fahren im Winter.

Im Straßenverkehr

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Folgende Geschwindigkeiten sind auf deutschen Straßen zulässig:

  • Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft: 
    Alle Fahrzeuge 50 km/h.
  • Außerhalb einer geschlossenen Ortschaft: 
    • Kfz, Wohnmobile bis 3,5 t und Motorräder: 100 km/h
    • Kfz von 3,5-7,5 t, Wohnmobile über 3,5 t und Gespanne: 80 km/h
  • Auf Autobahnen:
    Kfz, Wohnmobile bis 3,5 t und Motorrädern wird eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h empfohlen. Das Überschreiten dieser Richtgeschwindigkeit ist nicht strafbar; allerdings kann dem Fahrer bei einem Unfall eine Mitschuld gegeben werden, auch wenn er den Unfall nicht verschuldet hat. 
    Wohnmobile über 3,5 t dürfen höchstens 100 km/h, Kfz von 3,5-7,5 t und Gespanne höchstens 80 km/h fahren.

Alkoholbestimmungen

Alkohol am Steuer ist in Deutschland strafbar. Grundsätzlich gilt die 0,5 Promille-Grenze.

Ausnahme: Fahranfänger, die den Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen, sowie alle Fahrer jünger als 21 Jahre müssen am Steuer vollständig auf Alkohol verzichten (0,0 Promille-Grenze). Hält man sich nicht daran, drohen Strafen ab 500 Euro. 

Telefon am Steuer

Auch das Telefonieren bzw. allein das Halten des Handys während des Fahrens wird in Deutschland bestraft. Telefonieren mit einer entsprechenden Freisprecheinrichtung hingegen ist erlaubt.

Rettungsgasse

Bei Stau oder bei einem Verkehrsfluss in Schrittgeschwindigkeit auf der Autobahn sind alle Verkehrsteilnehmer dazu verpflichtet, eine sogenannte Rettungsgasse, das heißt einen Fahrweg für Rettungkräfte bzw. Einsatzfahrzeuge zu bilden. Erfolgt dies nicht, fallen hohe Bußgelder sowie Punkte in Flensburg an (Eintragungen im zentralen Verkehrsregister) .

Die Rettungsgasse ist seit Dezember 2016 in § 11 Abs. 2 StVO geregelt. Dieser lautet:

„Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schritt­geschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“

Unabhängig davon, ob sich Rettungskräfte nähern oder nicht, ist die Rettungsgasse bei jedem Stau in ausreichender Breite - auch für große Feuerwehrfahrzeuge, Bergefahrzeuge oder witterungsbedingt auch für breitere Straßendienstfahrzeuge beispielsweise mit Schneepflug – zu bilden. Bei mehr als zwei Fahrstreifen befindet sich die Rettungsgasse immer rechts der am weitesten links gelegenen Fahrspur. 

Bußgeldkatalog

Informationen zu Verstößen und Bußgeldern im Deutschen Straßenverkehr erhalten Sie im Bußgeldkatalog.

  • Wer sich in Deutschland nicht an die Verkehrsregeln hält, sammelt Punkte beim Zentralregister in Flensburg und läuft Gefahr, dass ein Fahrverbot ausgesprochen oder gar der Führerschein entzogen wird. Vergeben werden können Punkte für Geschwindigkeitsüberschreitungen, Park- und Halteverstöße, Abstandsverstöße, Rotlichtverstöße sowie Telefonieren am Steuer.  Ein vorübergehendes Fahrverbot kann bei einem wiederholten Verstoß ausgesprochen werden. Die Höchstgrenze, bei der die Fahrerlaubnis weg ist, sind acht Punkte
  • Innerhalb der Europäischen Union kooperieren die Mitgliedsstaaten bei der Vollstreckung von Bußgeldbescheiden. D.h. wenn Sie in Deutschland einen Verkehrsverstoß begehen, so kann der Bescheid auch im EU-Ausland vollzogen werden. Allerdings werden die Behörden in der Regel erst ab einem Bußgeld  (inkl. Verfahrenskosten) von mindestens 70 Euro aktiv.

Wichtig zu wissen:
Wird in Deutschland ein Bußgeld erteilt, aber Sie zahlen es nicht, so gilt für Ihre Wiedereinreise: Sie müssen damit rechnen, dass u.U. bei einer Kontrolle die Weiterfahrt so lange verweigert wird bis Sie die offenen Beträge beglichen haben.

Organisatorisches

Umweltzone und -plakette

Um die Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickstoffdioxid zu verringern, wurden in vielen Städten Europas bereits über 300 Umweltzonen eingerichtet. Diese werden stetig erweitert. Zudem werden weitere Länder diesem Vorbild folgen. Das Befahren dieser Umweltzonen in Deutschland ist nur mit einer ausreichenden Umweltplakette möglich und ist ebenso für ausländische Autos vorgeschrieben.

Je nach Schadstoffgruppe erhält ein Fahrzeug eine grüne, gelbe oder rote Umweltplaktte. Die Farbe zeigt an, in welche Gebiete ein Fahrzeug hineinfahren darf. Zu erhalten sind die Umweltplaketten gegen eine Gebühr bei der Zulassungsbehörde sowie sonstigen anerkannten Stellen (bspw. Autohaus, TÜV). In 57 von derzeit 58 Umweltzonen ist die grüne Plakette erforderlich. Eine aktuelle Übersicht ist auf der Seite des Bundesumweltamtes einzusehen.

Anmeldung

Mit der Anmeldung des deutschen Wohnsitzes ist laut Gesetz auch die Registrierung des Autos in Deutschland notwendig.

  • Dies können Sie bei der Zulassungsstelle in Ihrer Nähe tun.
  • Dazu benötigen Sie Ihren Fahrzeugschein (Nachweis, dass der PKW Ihnen gehört) sowie die Versicherungspolice für Ihr Auto. Es fallen Gebühren an.
  • Bringen Sie Ihr Auto aus dem Ausland mit, können weitere Papiere notwendig sein - bitte erkundigen Sie sich dazu direkt bei der Zulassungsstelle.

Prüfung (TÜV)

Neben der Anmeldung muss jedes Auto in Deutschland die Hauptuntersuchung bestehen. Bei einem neuen Pkw ist dies nach drei Jahren und dann alle zwei Jahre fällig.

  • Das bedeutet: Ein Fachmann muss bestätigen, dass Ihr Auto technisch sicher ist und die offiziellen Abgasnormen erfüllt. Eine Prüf-Plakette, die auf das Nummernschild Ihres Autos geklebt wird, bestätigt diese Untersuchung und ist für alle sichtbar.
  • Eine autorisierte Werkstatt in Ihrer Nähe, eine DEKRA-Stelle sowie weitere Anbieter können diese Untersuchung durchführen, die ebenfalls Gebühren kostet.
  • Die Hauptuntersuchung darf nicht überzogen werden. Sie muss innerhalb des Monats durchgeführt werden, der auf der HU-Plakette steht. Ein Verwarnungsgeld droht, wenn die Frist für die Hauptuntersuchung um mehr als zwei Monate überschritten ist. Aufgepasst: Auch die TÜV-Gebühr erhöht sich in diesem Fall um 20%.

Kfz-Steuer

In Deutschland gibt es keine Maut. Jedoch existiert die deutsche Kraftfahrzeugsteuer.

Fahrzeughalter haben gemäß §1 KraftStG die Kraftfahrzeugsteuer (Abkürzung: KraftSt) zu bezahlen. Dies gilt für:

  • das Halten von inländischen Fahrzeugen (das heißt, wenn das Fahrzeug unter die im Inland maßgebenden Vorschriften über das Zulassungsverfahren fällt)
  • das Halten von ausländischen Fahrzeugen (das heißt, wenn das Fahrzeug in einem anderen Staat zugelassen ist, solange es sich im Inland befindet)
  • Ausnahmen von der Besteuerung beschreibt der § 3 KraftStG.

Kfz-Versicherung

Für die Versicherung eines Kraftfahrzeugs gibt es diverse Möglichkeiten:

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung: Der Abschluss dieser Versicherung ist verpflichtend für den Besitz eines Autos oder Motorrads. Ohne diese ist eine Anmeldung bzw. Zulassung nicht möglich. Die Versicherung kommt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf, wenn Sie mit dem Auto einen Unfall verursachen oder jemanden verletzen. Die Kosten der Versicherung, das heißt die Versicherungsprämie, kann sehr unterschiedlich ausfallen. Das liegt zum einen an den unterschiedlichen Versicherungsagenturen, zum anderen ist sie abhängig von der Fahrzeugart (Pkw oder Motorrad), dem Alter Ihres Fahrzeugs und davon, wie viele Jahre Sie keinen Unfall hatten.

Kaskoversicherungen: Der Abschluss dieser zusätzlichen Versicherung ist freiwillig. Während die Kfz-Haftpflichtversicherung die Kosten für Schäden beim Unfallgegner übernimmt, übernimmt die Kaskoversicherung die Kosten für Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug. Unterschieden wird zwischen Teilkasko- und Vollkaskoversicherung.

Die Teilkaskoversicherung deckt in der Regel folgende Schäden an Ihrem Fahrzeug ab: 

  • Diebstahl oder Raub
  • Brand und Explosion
  • Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung
  • Zusammenstöße mit bestimmten Tieren (beispielsweise Rehe oder Hirsche)
  • Glasbruch
  • Kabelschäden nach einem Kurzschluss

Die Vollkaskoversicherung kommt zusätzlich für alle Unfallschäden auf, so auch für Schäden bei selbstverschuldeten Unfällen oder durch Vandalismus. Vor allem bei Neuwagen bietet sich eine Vollkaskoversicherung an, da der Verlust besonders hoch wäre.

Die Kosten für die Kaskoversicherungen sind u.a. von der Selbstbeteiligung abhängig, das heißt dem Betrag, den Sie im Schadensfall selbst zahlen. Im Normalfall liegt dieser bei circa 150 Euro bei einer Teilkasko- und 300 bis 500 Euro bei einer Vollkaskoversicherung. 

Schutzbrief: Mit einem Schutzbrief übernimmt der Anbieter die Kosten, wenn im Fall einer Panne oder eines Unfalls ein Abschleppdienst oder ein Mietwagen benötigt wird. Oft ist auch ein Krankenrücktransport inbegriffen. Ein Schutzbrief ist bei Kfz-Versicherungen und Automobilclubs (zum Beispiel ADAC) erhältlich.

Tanken

In Deutschland gibt es mehr als 10.000 Tankstellen. Allerdings unterliegen die Treibstoffe starken Preisschwankungen. Zahlreiche Apps können Sie bei der Suche nach günstigen Tankstellen unterstützen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass:

  • das Tanken an den Tankstellen der Autobahnen schon mal bis zu 0,30€ teurer sein kann als an anderen Stellen,
  • die großen Markentankstellen bis zu 0,07€ oder noch teurer sein können als die Billigtankstellen,
  • es nachts teurer ist als am Tag,
  • es nachmittags bis in den frühen Abend am günstigsten ist,
  • es an Wochenenden und zu Beginn der Woche (Sa. So. Mo. Di.) am teuersten und in der Woche ( Mi. Do. Fr.) am günstigsten ist.