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Deutsche Rente

Das Rentensystem ist ein europäisches System, in das sich die Rentensysteme der EU-Nationalstaaten einfügen. Um im Alter eine staatliche Rente erhalten zu können, ist es Grundvoraussetzung, in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis zu stehen, bzw. gestanden zu haben.

Rentenarten

Altersrente

Durch die Rentenversicherung erhält jeder Versicherte ein Einkommen im Alter, wenn er nicht mehr Einkommen aus einer Beschäftigung erhält. Hierbei muss ein gewisses Lebensalter erreicht und eine bestimmte Anzahl an rentenrechtlichen Zeiten nachgewiesen werden können. 

Erwerbsminderungs- / Invalidenrente

Können Sie aufgrund von Unfall, Krankheit oder Behinderung nicht mehr oder nur teilweise Ihrer Beschäftigung nachgehen, kann eine Erwerbsminderung durch einen Rentenanspruch ausgeglichen werden. Dieser Anspruch kann

  • zeitweise entstehen und für Rehabilitationsmaßnahmen genutzt oder
  • auf Dauer gewährt werden.

Sollten Sie betroffen sein, nutzen sie die zahlreichen Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung.

Witwen- / Waisenrente

Verstirbt der Versicherte, kann ein Rentenanspruch auf seinen Ehepartner (die Ehe muss länger als ein Jahr  bestanden haben) oder Kinder übergehen, um diese weiterhin zu versorgen. Ob und wie diese Rente gezahlt wird, hängt von den individuellen Verhältnissen der Familie ab.

Um Anspruch auf eine solche Rente nach EU-Recht zu haben, müssen der Versicherte oder Sie selbst...

  • Staatsangehöriger eines Mitgliedsstaates der EU oder
  • Bürger von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sein
  • die Mindestversicherungszeit erfüllt haben.

Informieren Sie Ihre Familienmitglieder über diese Rente, damit diese im Eintrittsfall Ihren Anspruch geltend machen und sich ausreichend bei den zahlreichen Beratungsstellen der Rentenversicherung beraten lassen können.

Allgemeine Informationen zur deutschen Rente

Renteneintrittsalter

  • Bis zum Geburtsjahr 1946 gilt: Die Regelaltersrente kann ab Erreichen des 65. Lebensjahres beantragt werden. 
  • Ist man zwischen 1946 und 1964 geboren, gilt eine stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67.
  • Unter besonderen persönlichen Voraussetzungen (Schwerbehinderung, und / oder langjährige Beitragsleistung zur gesetzlichen Rentenversicherung) kann ein Renteneintritt früher möglich sein.

Bedingungen an Beitragszeiten

Um eine Altersrente erhalten zu können, müssen Sie zuvor sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein und mindestens fünf Jahre Versicherungszeit nachgewiesen haben. Diese Zeiten können auch aus mehreren Ländern addiert werden.

Beitragszeiten können auch Zeiten der Kindererziehung oder Pflege der Angehörigen, Schulbesuch oder Studium sein. 

Rentenbeitrag

Grundsätzlich gilt: Je länger Sie in die Rentenkasse einzahlen und je höher die Beiträge sind, desto höher wird die Rentenzahlung im Alter sein. 

In 2020 beträgt der Beitrag zur Deutschen Rentenversicherung 19,9 Prozent vom Bruttoverdienst und wird jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber bezahlt. Die Beiträge werden wie alle anderen Beiträge zur Sozialversicherung direkt vom Arbeitgeber an die entsprechenden Kassen überwiesen. Die Höhe wird jährlich geprüft und festgelegt.

Errechnung der Rentenhöhe

Rentenformel für die Altersrente:

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert × Rentenartfaktor

  • Entgeltpunkte errechnen sich aus Ihrem versicherten Arbeitsentgelt. Es wird ins Verhältnis zu einem durchschnittlichen Entgelt aller Arbeitnehmer gesetzt und ergibt dann den Entgeltpunktwert. 
  • Der Zugangsfaktor berücksichtigt ggf. Zu- oder Abschläge bei der Rente z.B. bei vorzeitigem Rentenantritt. 
  • Der aktuelle Rentenwert entspricht dem Betrag, der einem Entgeltpunkt entspricht. 
  • Der Rentenartfaktor beschreibt den Rententyp (Rente wegen Alters, Erwerbsminderung, etc.).

Aus allen genannten Faktoren errechnet man die Rente, die man im Alter erhalten kann. Die Werte der einzelnen Faktoren werden regelmäßig, soweit vom Gesetzgeber nicht anders beschlossen, überprüft und ggf. angepasst.

Für das Jahr 2020 wird für ein Jahreseinkommen in Höhe von 38.901€ eine monatliche Verrentung in Höhe von 34,02€ gezahlt. Ein Gehalt exakt in der Höhe dieses Durchschnittseinkommens führt zu genau einem Entgeltpunkt (Rentenpunkt). 
 

Zur Verdeutlichung: Bei Erreichen eines durchschnittlichen Jahreseinkommens von 38.901€ brutto und dem aktuellen monatlichen Wert von 34,02€ für einen Rentenpunkt würden Sie nach 10 Jahren Arbeit in Deutschland zum aktuellen Zeitpunkt eine monatliche Rente in Höhe von voraussichtlich 340,20€ erhalten. Liegen Sie mit Ihrem Einkommen unter oder über dem Durchschnittseinkommen, so erhalten Sie den entsprechenden Anteil an einem Rentenpunkt.

Renteninformation und -auskunft

Die Renteninformation soll Versicherten helfen, ihre Altersvorsorge zu planen. Sie wird einmal pro Jahr automatisch verschickt: an alle Versicherten ab dem 27. Lebensjahr, die mindestens fünf Jahre an Beitragszeiten erworben, d.h. in Deutschland gearbeitet, haben. Die Renteninfo enthält insbesondere:

  • den aktuellen Stand des Versicherungskontos und die Grundlagen der Rentenberechnung
  • die Höhe der bisher erworbenen und der voraussichtlichen Alters- und Erwerbsminderungsrente
  • Informationen über die Auswirkungen künftiger Rentenanpassungen und
  • eine Übersicht über die Höhe der eingezahlten Beiträge.

Eine Rentenauskunft erhalten Versicherte ab dem 55. Lebensjahr automatisch alle drei Jahre -­ auf Antrag auch früher. Sie informiert unter anderem über:

  • alle erfassten Rentenzeiten
  • die bisher erworbenen Rentenansprüche
  • den frühestmöglichen und den regulären Rentenbeginn.

Renteninformation für Ausländer

Für Ausländer besteht die Möglichkeit, eine Renteninformation bei der Deutschen Rentenversicherung anzufordern. Auch Ansprechpartner im Ausland sind hier zu finden.

Deutsche Rente im Ausland beziehen

Nationalstaaten innerhalb der EU

Wie setzt sich die Rente zusammen?

  • In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz gilt das Europäische Gemeinschaftsrecht.
  • Haben Sie in einem oder mehreren Ländern der EU, Island, Lichtenstein, Norwegen oder der Schweiz gearbeitet, dann müssen Sie folgendes berücksichtigen: Sie erhalten aus jedem Land, in dem Sie mehr als ein Jahr sozialversichert waren, eine gesonderte Rente, sobald die Regelungen zum Renteneintritt des betreffenden Landes erreicht sind. Zeiten unter einem Jahr werden in Ihrem Herkunftsland zugerechnet.
  • Wie hoch die Rente ausfällt, liegt an den dort zurückgelegten Versicherungszeiten und eingezahlten Beiträgen. Die Versicherungszeiten werden aus allen oben genannten Ländern zusammengezählt und berücksichtigt.

Wie beantragen Sie Ihre Rente?

  • Bei Erreichen des Renteneintrittsalters können Sie die Rente sowohl aus Ihrem Heimatland als auch in Deutschland oder einem anderen Land beantragen. Vermerken Sie auf Ihrem Rentenantrag dazu entsprechend die Versicherungszeiten, die Sie in einem anderen EU-Land gearbeitet haben, dann wird der Antrag entsprechend weitergeleitet.
  • Die Rentenzahlungen erfolgen dann von den einzelnen europäischen Ländern.

Nationalstaaten außerhalb der EU mit Sozialversicherungsabkommen

  • Einige Länder außerhalb der EU haben ein Sozialversicherungsabkommen mit der EU geschlossen. Es gelten die gleichen Bedingungen wie für EU-Mitgliedsstaaten.
  • Ein Sozialversicherungsabkommen ist aktuell mit folgenden Staaten geschlossen: Albanien, Australien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Chile, Indien, Israel, Japan, Kanada/Québec, Kosovo, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Philippinen, Serbien, Südkorea, Tunesien, Türkei, Uruguay und den USA.
  • Alle anderen Staaten bezeichnet man als vertragsloses Ausland (siehe unten).

Vertragsloses Ausland

Gehen Sie zurück in ein Land, das nicht in die genannten Vereinbarungen fällt, ist gegebenenfalls eine Auszahlung der erworbenen Rentenansprüche zu prüfen. 

Hierzu müssen Sie mindestens die folgenden Bedingungen erfüllen: 

  • Sie sind aus der deutschen Versicherungspflicht ausgeschieden,
  • Sie können sich in Deutschland nicht freiwillig versichern und
  • seit dem Ausscheiden aus der deutschen Versicherungspflicht sind mindestens 24 Monate vergangen.

Wichtig:

  • Es wird ausschließlich der Arbeitnehmeranteil erstattet - alle weiteren Ansprüche erlöschen.
  • Eine Erstattung wird nur auf Antrag ausgelöst. Dieser kann formlos und in Ihrer Muttersprache bei jedem deutschen Versicherungsträger oder auch bei einer deutschen Botschaft oder einem deutschen Konsulat vor Ort gestellt werden.