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Betreuungs- und Schulsystem

Wenn man überlegt in einem fremden Land zu arbeiten, ist nicht nur der Job allein entscheidend. Auch Fragen nach der Integration der eigenen Familie, der gesundheitlichen Absicherung und des Schulsystems für Ihre Kinder sind zu berücksichtigen. Deutschland hat gut ausgebaute Kinderbetreuungs- und Schulsysteme. Wenn Sie in Deutschland leben und arbeiten, werden Sie diese kennenlernen und für Ihr Kind in Anspruch nehmen - spätestens mit Beginn der Schulpflicht im Alter von sechs Jahren.

Welche Formen der Kinderbetreuung gibt es?

In Deutschland gibt es verschiedene Betreuungsmöglichkeiten, während die Eltern arbeiten. In der Regel sind diese kostenpflichtig. In manchen Einrichtungen werden bereits Kinder ab einem Alter von vier Monaten betreut. Sie haben die Wahl zwischen Tageseltern, Kindertagesstätten, Kinderkrippen oder Kindergärten.

Tageseltern: Für Kinder in jedem Alter

Tagesmütter oder -väter betreuen bis zu fünf Kinder in ihrem eigenen Zuhause oder angemieten Räumen. Ist Ihr Kind hier in der Betreuung, kommt es somit auch mit anderen Kindern in Kontakt. Obwohl es für Kinder bei Tageseltern keine Altersgrenze gibt, sind die meisten Kinder höchsten drei oder vier Jahre alt. Dann wechseln die Kinder in den Kindergarten.

Kindertagesstätte / Kinderkrippe: Für Kinder von 0 bis 3 Jahren

In Deutschland können Kinder im Alter bis zu drei Jahren in einer Kinderkrippe von ausgebildeten Erzieher(inne)n betreut werden und dort mit Gleichaltrigen zusammen spielen. Auf dem Tagesprogramm stehen dabei spielerisches Begleiten der ersten Lernschritte sowie das Spielen im Freien. Auch altersgerechte Mahlzeiten in der Gruppe und Schlafpausen gehören dazu. Die Stundenzahlen der Betreuung sind in jedem Ort unterschiedlich. Häufig können Betreuungszeiten von 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche gebucht werden. 

Kindertagesstätte / Kindergarten: Für Kinder von 3 bis 6 Jahren

Kindergarten – Dieses Wort ist Ihnen vielleicht bereits aus dem englischen Sprachgebrauch geläufig. In Deutschland werden in Kindergärten Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schulbeginn betreut. Nicht nur der Drang nach Spielen und Toben sondern auch die Neugierde der Kleinen wird hier mittlerweile immer mehr befriedigt. So werden Denken und Sprachvermögen geschult oder etwas über Natur und Technik spielerisch mit kleinen Experimenten gelernt. In Kindergärten können die Kinder von morgens bis mittags oder nachmittags betreut werden - je nach Wahl des Kindergartens und Ihres eigenen Wunsches.

Kinderkrippen wie auch Kindergärten werden von privaten, kirchlichen oder öffentlichen Trägern verwaltet. Die Preise für die Kinderbetreuung sind abhängig vom Ort und vom Einkommen der Eltern und variieren sehr stark - von kostenfreien Plätzen bis zu 700 Euro im Monat. Auch die Verfügbarkeit von Plätzen ist von Region zu Region unterschiedlich.

Wie finde ich die passende Betreuung?

1. Suche: Viele Städe und Gemeinden bieten auf ihren Webseiten einen ersten Überblick über Kosten, Anmeldung und Standorte von Kindergärten und Schulen. Außerdem finden Sie im Internet Portale von und für Familien. Dort können Sie nach Angeboten vor Ort suchen und mit anderen Eltern Tipps austauschen.

2. Auswahl: Viele Einrichtungen bieten einen Tag der offenen Tür oder weitere Möglichkeiten, die Räumlichkeiten und Pädogogen kennenzulernen. Das hilft Ihnen bei der Entscheidung. Auch Nachbarn, Bekannte oder Kollegen können Ihnen sicher bei der Auswahl helfen und ggfs. eine Einrichtung empfehlen.

3. Anmeldung: Wenn Sie Ihre Favoriten gefunden haben, können Sie ihr Kind dort anmelden. Da die Betreuungsplätze aber in vielen Regionen knapp sind, sollten Sie so früh wie möglich Kontakt aufnehmen, mit Fristen und Wartezeiten rechnen und sich auch in Wartelisten eintragen. Verlassen Sie sich auch nicht nur auf einen Anbieter, sondern suchen Sie nach Alternativen, falls in der Wunscheinrichtung kein Platz frei ist.

Wie funktioniert das deutsche Schulsystem?

Für Kinder ab sechs Jahren gilt in Deutschland die Schulpflicht. Die meisten Schulen in Deutschland sind öffentlich und daher kostenlos. Auch private oder internationale Schulen stehen zur Auswahl. Für diese fallen jedoch Schulgebühren an.

Die Schulpolitik wird über das jeweilige Bundesland geregelt, so dass in unterschiedlichen Regionen auch unterschiedliche Schulsysteme vorzufinden sind. Zum Beispiel haben die Kinder in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Lehrpläne und andere Schulbücher. Auch die Art der Schulen kann in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. In den meisten Bundesländern gibt es folgende Schultypen: 

Grundschule: In der Regel beginnen Kinder im Alter von 6 Jahren ihre Schulzeit in der Grundschule, die von der ersten bis zur vierten Klasse besucht wird. Ausnahme: In Berlin und Brandenburg endet die Grundschule nach der sechsten Klasse. 

Je nach Leistung Ihres Kindes wird gemeinsam mit den Lehrern die Wahl der weiterführenden Schule getroffen. Diese besucht Ihr Kind ab der fünften Klasse. Hier gibt es folgende Schulformen zur Auswahl.

  • Hauptschule (Klasse 5-9/10)
  • Realschule (Klasse 5-10)
  • Gesamtschule (Klasse 5-12/13)
  • Gymnasium (Klasse 5-12/13)

Haupt- und Realschule: Nach erfolgreichem Abschluss einer Haupt- oder Realschule, können Jugendliche eine Berufsausbildung machen oder für einen höheren Abschluss auf Gymnasium oder Gesamtschule wechseln. 

Gymnasium: Nach der zwölften oder dreizehnten Klasse können Schüler(innen) mittels erfolgreich bestandener Prüfung ihr (Fach-)Abitur erhalten. Diese Qualifikation berechtigt zum Studium an einer (Fach-)Hochschule. Auch ein Direkteinstieg in die Praxis über eine Berufsausbildung kann natürlich gewählt werden. 

Gesamtschule: Sie ist eine Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem und bietet die verschiedenen Bildungsgänge Haupt-, Realschule und Gymnasium an einer einzigen Schule an.

Wie funktioniert die Einschulung bei Einwanderung?

Wenn ihre Kinder bei der Einreise nach Deutschland bereits im Schulalter sind, ist die Frage nach dem Schulstart in Deutschland sicher ein wichtiges Thema. In welche Klasse Ihr Kind kommt, entscheidet die Leitung der von Ihnen gewählten Schule gemeinsam mit der Schulbehörde. Das Ziel ist, dass Ihr Kind möglichst schnell und reibungslos am regulären Schulunterricht teilnehmen kann. Wenn Ihr Kind noch kein oder wenig deutsch spricht, können ergänzende Sprachförderung oder die Teilnahme am Probeunterricht angeboten werden.  

Wie geht es nach der Schule weiter?

Zwischen Schulabschluss und Einstieg ins Berufsleben steht in Deutschland meist die Ausbildung. In der Berufsausbildung wird theoretisches und / oder praktisches Wissen vermittelt, das notwendig ist, um einen bestimmten Beruf ausüben zu können. Zu unterscheiden sind dabei die duale Berufsausbildung, die schulische Ausbildung und das Studium.

  • Duale Berufsausbildung
    Die duale Ausbildung ist die klassische Form der Berufsausbildung und besonders vielfältig. In Deutschland gibt es über 300 Ausbildungsberufe, die kaufmännische, handwerkliche oder technische Schwerpunkte haben können. Abhängig vom Beruf dauert die Ausbildung zwischen 2 und 3,5 Jahren. Dabei verbringen Auszubildende die meiste Zeit im Betrieb und lernen so die berufliche Praxis kennen. Zusätzlich wird an zwei Tagen pro Woche oder in zusammenhängenden Blöcken das nötige Fachwissen in der Berufsschule vermittelt. Die Kombination aus Theorie und Praxis bereitet bestens auf die Arbeitswelt vor und ist deshalb sehr beliebt. Auszubildende erhalten vom Betrieb ein Ausbildungsentgelt, dessen Höhe von der Branche und dem Ausbildungsberuf abhängt. Die Chancen, eine Ausbildung zu beginnen, stehen gut, denn viele Branchen suchen Auszubildende. Allein im Januar 2019 konnten 69.700 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Der Abschluss einer Berufsausbildung in Deutschland ist hoch anerkannt und auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt
  • Schulische Ausbildung
    Neben der betrieblichen Berufsausbildung gibt es auch die Möglichkeit, eine schulische Ausbildung zu absolvieren. Bei dieser Ausbildung steht der Unterricht an einer schulischen Einrichtung wie z.B. einer (Berufs-)Fachschule oder einem Berufskolleg im Lernmittelpunkt. Hier wird kein Ausbildungsentgelt bezahlt, stattdessen kommen meist monatliche Kosten auf den Auszubildenden zu. Trotz dieser Unterschiede zum dualen Ausbildungssystem werden beide Abschlüsse gleichwertig anerkannt.
  • Studium
    Unter Studium versteht man die Ausbildung an einer Universität oder (Fach-)Hochschule nach wissenschaftlichen Maßstäben. Ein Studium kann (mit Ausnahme von einigen besonderen Fällen) nur mit Fachhochschulreife (Fachabitur) oder Hochschulreife (Abitur) begonnen werden. In Deutschland ist das Studium nach internationalen Standards des Bachelor-/Mastersystems geregelt.