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Familie

Die Familie genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert. Der deutsche Staat unterstützt Familien, um ihnen eine wirtschaftliche Stabilität und Planbarkeit zu ermöglichen. Es gibt vielfältige Unterstützungsleistungen - nicht nur finanzieller Art, bspw. durch Vorsorgeuntersuchungen. Wir möchten hier das Kindergeld, das Elterngeld und die Elternzeit vorstellen.

Kindergeld

Was ist Kindergeld?

Wer in Deutschland arbeitet hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Kindergeld. Es sichert die Grundversorgung Ihrer Kinder ab der Geburt bis mindestens zu deren 18. und unter bestimmten Voraussetzungen maximal bis zum 25. Geburtstag.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Vor allem Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen profitieren vom Kindergeld. Die Höhe ist nach der Zahl der Kinder gestaffelt und beträgt zurzeit mindestens 204 Euro - für das erste und zweite Kind; 210€ für das dritte Kind und 235€ für jedes weitere Kind (Stand 2020).

Haben Ausländer Anspruch auf Kindergeld?

  • Auch Ausländer, die in Deutschland freizügigkeitsberechtigt sind (insbesondere EU- und EWR-Bürger), haben einen Anspruch auf Kindergeld. Sollte im Herkunftsland auch Kindergeld bezogen werden, so findet in der Regel eine Verrechnung statt. 
  • Ausländer, die nicht freizügigkeitsberechtigt sind, haben nur dann einen Anspruch, wenn sie eine Niederlassungs- oder eine Aufenthaltserlaubnis besitzen, die sie zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt. Ausnahme: der Aufenthalt dient zum Zweck der Ausbildung oder die Arbeitserlaubnis ist zeitlich beschränkt. Eine rückwirkende Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis berechtigt nicht zum rückwirkenden Bezug von Kindergeld.

Wie beantrage ich Kindergeld?

Für Kindergeld ist ein schriftlicher Antrag bei der zuständigen Familienkasse zu stellen. Piening hilft seinen Mitarbeitern in dieser Angelegenheit weiter.

Elterngeld

Was ist Elterngeld?

Nach der Geburt eines Kindes können Eltern in Deutschland eine besondere finanzielle Unterstützung erhalten: das Elterngeld. Dieses Geld hilft jungen Familien, wenn die Eltern in den Monaten nach der Geburt gar nicht oder weniger arbeiten.

Wie lange wird Elterngeld gezahlt?

Elterngeld kann vom Tag der Geburt an innerhalb der ersten 14 Monate gezahlt werden. Beide Eltern gemeinsam haben einen Anspruch auf zwölf Monatsbeträge - zwei weitere kommen hinzu, wenn beide für mindestens zwei Monate zeitgleich das Elterngeld nutzen und zumindest ein Elternteil ein gemindertes Einkommen hat.

  • Die Eltern können sich die zwölf bzw. 14 Monatsbeträge untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monatsbeträge beziehen.
  • Alleinerziehende können die 14 Monatsbeträge allein erhalten.
  • Von Eltern kann das Elterngeld gleichzeitig oder nacheinander bezogen werden: Wird das Elterngeld zum Beispiel zur Hälfte geteilt, so kann jeder höchsten sieben - zusammen 14 - Monatsbeträge erhalten.

Bekommen auch Familien internationaler Fachkräfte Elterngeld?

Bürger aus Ländern der EU, aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz haben Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland wohnen und arbeiten. Auch als Staatsbürger eines anderen Landes ist mit einem sogenannten Aufenthaltstitel ein Anrecht auf Elterngeld gegeben. 

Weitere Informationen zu den Voraussetzungen für den Erhalt des Elterngeldes in deutscher Sprache bietet das Familienportal des Bundesfamilienministeriums.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach Ihrem monatlichen Nettoeinkommen vor der Geburt Ihres Kindes - mindestens 300 Euro, höchstens 1.800 Euro pro Monat. Zuschläge erhalten Familien mit mehreren kleinen Kindern, Eltern von Mehrlingen sowie Geringverdienende mit Einkommen unter 1.000 Euro.

Mit dem Online-Elterngeldrechner können Sie nachschauen mit welcher Summe Sie in etwa rechnen können.

Wie und wo beantrage ich das Elterngeld?

Für das Elterngeld ist ein schriftlicher Antrag nötig, den Sie der für Sie zuständigen Elterngeldstelle nach der Geburt des Kindes einreichen müssen. Auch eine ausführliche Beratung ist hier möglich. Das für Sie geltende Antragsformular können Sie auf familienportal.de herunterladen. 

Ein Antrag muss nicht zwingend direkt nach der Geburt Ihres Kindes gestellt werden, kann aber rückwirkend höchstens für die letzten drei Monate vor Antragsstellung gezahlt werden. Besser also frühzeitig erledigen.

Elternzeit

Was ist Elternzeit?

Nach der Geburt Ihres Kindes viel Zeit mit der Familie verbringen und Ihre berufliche Tätigkeit dafür unterbrechen bzw. weniger arbeiten ist in Deutschland kein Problem. Die sogenannte "Elternzeit" ist die Auszeit von der Arbeit, die sich Mütter und Väter nach der Geburt eines Kindes nehmen und somit ganz um die Familie kümmern können.

Das Arbeitsverhältnis darf vom Arbeitgeber in dieser Zeit nur in besonderen Fällen (z.B. Betriebsstilllegung, Insolvenz, Pflichtverletzung) gekündigt werden. Mütter und Väter haben nach der Elternzeit das Recht, zur vor Beginn der Elternzeit geltenden Arbeitszeit zurückzukehren. Adressen der so genannten Elterngeldstellen, die Ihnen bei der Beantragung von Elternzeit weiterhelfen, finden Sie auf familienportal.de.

Wer hat Anspruch auf Elternzeit?

Wenn sie einen deutschen Arbeitsvertrag haben und Arbeitnehmer (also abhängig beschäftigt) sind, können Mütter und Väter in Deutschland die sogenannte „Elternzeit“ beantragen. Ganz gleich ob Sie in Besitz eines befristeten oder eines Teilzeit-Vertrages sind, einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen oder eine Ausbildung absolvieren. Der Anspruch besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes.

  • Studenten, Schüler, Praktikanten, Selbstständige und Erwerbslose haben keinen Anspruch auf Elternzeit. 
  • Sind beide Elternteile berufstätig, kann die Elternzeit von beiden abwechselnd oder gleichzeitig genommen werden.
  • Elternzeit kann nur von solchen berufstätigen Müttern und Vätern in Anspruch genommen werden, die ihr Kind überwiegend selbst betreuen und mit ihm in einem Haushalt leben.

Wie lange dauert die Elternzeit?

Die Dauer der Elternzeit können Sie individuell festlegen.

  • Meist beginnt diese mit der Geburt des Kindes (beim Vater) beziehungsweise im Anschluss an den Mutterschutz (bei der Mutter).
  • Der Anspruch besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes.
  • Ein Teil der Elternzeit (bis zu 12 Monate) kann mit Zustimmung des Arbeitsgebers auf die Zeit bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres übertragen werden. Ein Anspruch auf eine solche Übertragung besteht aber nicht. 

Elternzeit ist sieben Wochen vor dem (geplantem) Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anzumelden.

  • Dabei ist verbindlich anzugeben, für welchen Zeitraum innerhalb von ein oder zwei Jahren die Elternzeit genommen werden möchte.
  • Nach Ablauf dieses Zeitraums ist es möglich, die Elternzeit um die verbleibende Zeit zu verlängern. Dies geschieht erneut schriftlich beim Arbeitgeber. Die Anmeldefrist endet sieben Wochen vor Ablauf des ersten Zeitraums. 
  • Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen eine schriftliche Bestätigung über die Dauer der Elternzeit auszustellen.

Kinderkrankengeld

Was ist Kinderkrankengeld ?

Das Kinderkrankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Es wird gezahlt, wenn ein Elternteil ein krankes Kindes (unter zwölf Jahren) pflegen muss und daher nicht arbeiten gehen kann.

Wie lange wird Kinderkrankengeld gezahlt?

Zur Pflege eines erkrankten Kindes stehen jedem Elternteil pro Kalenderjahr für 'jedes' Kind 10 Arbeitstage zu, jedoch maximal 25 Arbeitstage (selbst bei 3 oder mehr Kindern). Bei Alleinerziehenden sind es bis zu 20 Tage je Kind, bei mehr als zwei Kindern maximal 50 Tage. Erhalten Sie in dieser Zeit kein Gehalt, springt somit die Krankenkasse ein. 

Eine Verrechnung zwischen den Eltern erfolgt nicht. Der Anspruch kann aber jeweils mit Zustimmung des Arbeitgebers auf den anderen Elternteil übertragen werden, wenn ein Elternteil aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht der Arbeit fernbleiben kann.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Um das Kinderkrankengeld zu berechnen, ist das während der Freistellung ausgefallene Arbeitsentgelt entscheidend. Folgende Regeln liegen zugrunde:

  1. Das (Brutto-) Kinderkrankengeld beträgt 90 % des ausgefallenen Nettoverdienstes (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) (§ 45 Abs. 3 Satz 3 SGB V).
  2. Haben Sie in den letzten zwölf Monaten vor dem Krankengeldbezug Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten, so beträgt das Kinderkrankengeld sogar 100 % des ausgefallenen Nettoverdienstes, unabhängig von der Höhe der Einmalzahlungen.
  3. Deckelung: Das Kinderkrankengeld darf 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung nicht übersteigen (2020: 109,38 €/Tag).
  4. Vom ermittelten Kinderkrankengeld werden noch die Beiträge für die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Während Sie Kinderkrankengeld beziehen, sind Sie beitragsfrei krankenversichert.

Was sind die Voraussetzungen für den Erhalt von Kinderkrankengeld?

Rahmenbedingungen

  • Sie sind berufstätig, als Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Ihr Kind ist gesetzlich bei einer deutschen Krankenkasse versichert.
  • Ihr Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet oder ist behindert.
  • Es gibt im Haushalt keine andere Person, die Ihr Kind pflegen kann (ebenfalls berufstätig oder selbst erkrankt)

Bescheinigungen und Formulare

  • Sie haben eine Bescheinigung vom Arzt, dass Ihr Kind betreut werden muss („Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“)
  • Sie haben einen Antrag für die Auszahlung durch die Krankenkasse ausgefüllt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.